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Deutsche galante Lautenmusik im 18.Jahrhundert besprochen von
Thomas Schall,Niederhofheimer Weg 3, D-65843 Sulzbach, Tel.: 06196-74519
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Einleitung
Was ist galanter Stil?
Merkmale galanter Musik
Ornamentik
Welche Gitarre?
Die Transkriptionen
Barons Fantasie
Wie ein Prelude zu spielen
ist
Lautentabulatur
Gitarrenbearbeitung
| zurück | Per Kjetil Farstad
legt mit seiner Dissertation eine sehr umfangreiche und umfassende wissenschaftliche
Arbeit vor, deren Kern nur auf den ersten Blick für Lautenisten uninteressant
erscheint:
die Adaption von Musik aus dieser Epoche für 8-saitige moderne klassische Gitarre Tatsächlich gibt aber auch seine Beschreibung des Adaptionsvorgangs
wertvolle Hinweise über Struktur und Interpretation der Musik.
Ist schon die Themenwahl der Dissertation ist sehr weit gefasst, so
nimmt Per Kjetil Farstad auch die zugrundeliegenden Begrifflichkeiten sehr
weit. So wird sowohl die galante Epoche auf einen Zeitraum von 1720 bis
1780 eingegrenzt (tatsächlich berücksicht der Autor auch noch
vor dieser Zeit liegende Musiker und deren Musik) als auch Deutschland
(das faktisch zu dieser Zeit nicht existierte) läßt sich eher
mit deutsch sprechenden Ländern in Europa umschreiben.
Die Dissertation ist erhältlich bei
Göteborg University, Department of Musicology, Box 200, SE-405
30 Göteborg,
Ich danke Per Kjetil Farstad für die Erlaubnis, aus seinem Buch zu zitieren und seine Bearbeitung anhand eines Beispiels zu illustrieren. Nach einleitenden Worten beschäftigt sich Per Kjetil Farstads Arbeit
zunächst mit dem Status und der Funktion der Musik im 18.Jahrhundert,
bevor er im nächsten Kapitel auf den galanten Stil im Besonderen
eingeht.
Als typische Merkmale galanter Musik nennt Per Kjetil Farstad die Betonung der Melodie (Oberstimme), eine schlichte Harmonik, extreme dynamische Anweisungen (Forte-Piano-Wechsel), die Wiederholung kleiner rhythmischer Figuren und Melodien, plötzliche Pausen, Triolen, Lombardische Rhythmen, reiche Verzierungen und einen melodischer Aufbau in Terzen. Nach einem Ausflug in regionale Ausprägungen
und Anmerkungen zum Verschwinden der Laute widmet Per Kjetil Farstad ein
ganzes Kapitel den Ornamenten auf der Barocklaute. Hier geht
er detailiert auf die Bedeutung der verschiedenen Zeichen in verschiedenen
Manuskripten und Drucken ein, gibt uns die bekannten Übersichten aus
Falckenhagens und Beyers Werken und schließt mit einer tabellarischen
Übersicht. Tatsächlich ist die Ornamentik natürlich ein
sehr heikles Thema und auch Farstad kann keine eindeutigen Zuordnungen
machen und der (unternommene) Versuch der eindeutigen Zuordnung muß
scheitern, wenn er auch für den Einsteiger wertvolle Hinweise geben
kann.
Bevor Per Kjetil Farstad sich den Transkriptionen
widmet, gibt er im Vorfeld noch wertvolle Informationen zu den Instrumenten,
den Besonderheiten der Notation und deren Entwicklung.
Per Kjetil Farstad übertrug für seine Arbeit folgende Stücke auf die Gitarre von denen an dieser Stelle auf Barons Fantasie näher eingegangen wird:
Unter diesen ist insbesondere zu erwähnen, daß Per Kjetil die Verzierungszeichen für so idiomatisch hält, daß sie nicht in moderne Notenschrift übertragbar seien und er sie deshalb im Original wiedergibt. Wichtig ist auch der Hinweis, daß jede Transkription oder jedes Arrangement eine Interpretation des vorliegenden Textes darstellt. Einige lautentypische Wendungen erforderten besondere Lösungen. Hier sind Baßsprünge zu erwähnen, welche die Lautenisten benutzten, gelegentlich durch die Anzahl Chöre auf der Laute begründet, doch auch ohne (auf den ersten Blick) ersichtlichen Grund. Hier macht Per Kjetil die Oktaven der Bässe als Ursache aus, welche die Bewegung vom Contra-H zum A (anstelle des stimmführungsmäßig logischeren Contra-A) plausibel machen. Da dies auf der Gitarre (mangels Oktavsaite) nicht hörbar ist, hat der Autor an solchen Stellen die sich aus der Stimmführung ergebende logische Alternative benutzt, wo immer möglich. Acciaccaturas (Kleine Sekunden) sind ein oft benutzter Effekt auf Lauten, welche durch die Terzstimmung auch einfach ausführbar sind, auf einer Gitarre aber fast unmöglich zu realisieren. So löst der Autor die Dissonanz d-e'-f' im Takt 5 der Paysane der Sonate L'Infidele von Weiß dadurch, daß er sie durch ein Appoggiatura ersetzt (d-e' und dann f' hinterher). Unisone Stellen sind auf der Gitarre sehr schwer. Diese Problem löst der Autor dadurch, daß er statt der Tonverdoppelung Mordenten spielt Campanella konnte nicht gelöst werden, wohl aber übernommen, indem so oft leere Saiten bnutzt werden als möglich. Abzüge und Aufschläge waren eine gern und oft benutzte Technik, die sich ebenfalls nicht übertragen ließ. Farstad rät jedem Gitarristen, hier seine eigene Version zu gestalten, da diese Technik auf der Gitarre von vielen Faktoren abhängig ist wie Saitenspannung und technischen Fähigkeiten des ausführenden Gitarristen. Dankens- und lobenswerterweise gibt Per Kjetil Farstad zu jeder Bearbeitung sowohl die zugrunde liegende Tabulatur als auch als Resultat seine Gitarrenversion mit. Ergänzt wird dies durch Informationen zu der Quelle, der Art des Satzes (Menuett, Gigue etc.), Kommentaren zu dem Arrangement und Aufführungsempfehlungen. Ernst Gottlieb Baron (1696-1760)
Wie eingangs erwähnt, möchte ich diese Bearbeitung herausgreifen und etwas näher darstellen, wobei ich Per Kjetil Farstads Ausführungen leicht kürze und die Beispiele weglasse und gegebenenfalls auf die Taktzahlen verweise. Wie man ein Prelude und eine Fantasie nach C.P.E.Bach zu spielen hat Des Musikers Talent und Fähigkeit zu improvisieren beeinflußte
die Art in der er fähig war, Preludien, Fugen und Fantasien aufzuführen.Dennoch
bemerkt Baron, daß sich der Virtuose mit Preludien, Fantasien und
Fugen und so fort zu beschäftigen habe, so daß man sehen könne,
daß er fähig ist zu denken.
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