|
Die Laute, das unbekannte Instrument Von Stefan Eckhardt Weilbach. "Du liebe, treue Laute, wie manche Sommernacht, bis dass der Morgen graute, hab' ich mit Dir durchwacht", dichtete Joseph von Eichendorff einmal über das Instrument, das im 17. und 18. Jahrhundert die Menschen erfreute, bis das Klavier es in der Beliebtheit verdrängte. Die 22 Besucher am Sonntagabend in der evangelischen Kirche hatten sicherlich nicht vor, sich die ganze Nacht um die Ohren zu schlagen. Sie kamen, um Thomas Schall aus Sulzbach zu lauschen, der verschiedene Stücke auf der Barock-Laute präsentierte. [...] Sylvius Leopold Weiß gilt als der bedeutendster Komponist für Laute im 18. Jahrhundert. Seine Sonate in F-Dur bietet dem Zuhörer die verschiedensten Stimmungslagen. Mal stimmt das Werk nachdenklich und traurig, dann ist es wieder lustig und beschwingt wie ein Frühlingsmorgen. Schalls Finger huschen über die 20 Saiten seines Instruments. Vor dem nächsten Stück, einer Suite in D-Moll von Philipp Franz LeSage de Richée, freute er sich über die Besucher, die kamen, um sich in die Welt des Barock entführen zu lassen. Die Laute hat sphärische Elemente, die das Hier und Jetzt und den tobenden Wind für einen Moment vergessen lassen. Schall spiele schon seit 1989 auf dem Instrument. Sieben Jahre habe er sich an Hochs Konservatorium in Frankfurt ausbilden lassen, sagte er. "Einmal gepackt, lässt einen die Laute nicht mehr los", bekundete er. Der als Progammierer arbeitende Sulzbacher gibt im Jahr etwa 40 Konzerte. "Leben kann man davon aber nicht", sagte er.
|