Ruhig, aber voller Facetten

Der Sulzbacher Lautenist Thomas Schall hat seine zweite CD mit Barockmusik veröffentlicht

Mit "Die Laute im Barock" hat der Sulzbacher Lautenist Thomas Schall nun seine zweite CD eingespielt und veröffentlicht. Darauf interpretiert er die unterschiedlichen Facetten der Lautenmusik zwischen 1630 und dem späten 18. Jahrhundert.

Von Dirk Rüsing

SULZBACH. Pünktlich zu Weihnachten wird der Musikmarkt geradezu mit Neuerscheinungen überflutet. Die Plattenfirmen wollen Profit machen und die Popstars - und die sich dafür halten - wollen ihren Ruhm mehren. Pünktlich zur Weihnachtszeit ist aber auch eine CD von einem Musiker erschienen, der von Ruhm und dem großen Geld weit entfernt ist. Auch in gut sortierten Plattenläden wird seine Aufnahme kaum zu finden sein.

Denn der Sulzbacher Musiker Thomas Schall bedient nicht den Geschmack der Massen. Er spielt dazu ein Instrument, dass man ebenfalls nicht überall kaufen kann - die Laute. Auf seiner nun erschienenen CD präsentiert der Sulzbacher Lautenmusik aus dem Barock. Musik, wie sie früher an Fürstenhäusern und Königshöfen gespielt worden ist. Und was damals die Adeligen erfreut hat, ist heute immer noch gut. Schon nach den ersten Takten lädt die CD "Die Laute im Barock" zum Zurücklehnen, Augen schließen und Klang genießen ein. Und das setzt sich über 71 Minuten fort. Nach der CD "Galante Lautenduette", die er mit dem Schweizer Jürg Meili eingespielt hat, geht Thomas Schall auf seiner ersten Solo-CD, wie er selbst sagt, deutlich ruhiger zu Werke. Doch Schalls barocke Lautenmusik mit Kuschelrock aus alten Zeiten zu vergleichen, würde der Sache nicht gerecht. Dafür ist sie viel zu virtuos gespielt und musikalisch zu facettenreich. Daran war Thomas Schall bei der Auswahl der Stücke für diese CD auch gelegen. Er sagt, dass er möglichst eine breite Palette der barocken Lautenliteratur, aber auch moderne Stücke präsentieren wollte. So spielt er unter anderem Werke von Johann Gottfried Conradi, Esaias Reusner, Johann Michael Kühnel und Gotthold Ephraim Sautscheck. Und so unterschiedlich die Komponisten, so unterschiedlich sind auch die drei Instrumente, die Thomas Schall auf seiner CD spielt - nämlich eine 11-chörige Barocklaute, eine 13-chörige "theorbierte", also im Umfang vergrößerte Barocklaute und außerdem einen 14-chörigen Liuto Attiorbato.

* Die Compact Disc (CD) "Die Laute im Barock" ist für 15 Euro über Schalls Seite im Internet unter der Adresse www.lautenist.de zu bestellen.